LeitzKnowHow
Coaching
 
Beim Coaching werden Menschen vorwiegend im beruflichen, manchmal aber auch im persönlichen Umfeld durch Coaches professionell beraten und begleitet. Ein zentraler Punkt dabei ist die Problemdefinition bzw. Aufgabenstellung. Schließlich ist die Kunst, die richtige Frage zu stellen, oft schon ein großer Schritt in Richtung Antwort.
Bei welchen Problemen kann ein Coach helfen?
Der Coach kann
seinen Klienten zum Beispiel dabei unterstützen, sich neue Lebensziele
zu setzen oder seine Leistungsfähigkeit zu steigern. Der Coach kann aber
auch Know-how vermitteln – insbesondere im Hinblick auf Soft Skills wie
Personalführung – und dadurch einen weiteren Karriereschritt ermöglichen.
Bekannteste Form des beruflichen Coachings ist wohl die individuelle Beratung von Topmanagern oder Mitarbeitern, die auf die Übernahme von Führungsaufgaben vorbereitet werden sollen.
Außerdem wird Coaching zunehmend zur Lebensberatung im privaten Bereich eingesetzt, zum Beispiel bei der Lösung familiärer Konflikte oder zur Neuorientierung nach einer Lebenskrise. Wichtig zu wissen: Coaching ist keine Therapie und keine ärztliche Behandlung psychischer Krankheiten.
Leichter verständlich wird die Arbeit eines Coaches vielleicht, wenn man weiß, dass der Begriff „Coach“ im Englischen „Kutsche“ bedeutet – also ein Mittel der Fortbewegung bezeichnet, und in Großbritannien Überlandbusse noch heute „Coach“ genannt werden. Der Coach bringt seine Kunden im übertragenen Sinn weiter und begleitet sie auf ihrer Reise durchs Leben. Im Sport ist der Coach einerseits Trainer, andererseits Motivator. Er kümmert sich also nicht nur um die physische, sondern auch um die psychische Kondition seiner Sportler.
Wie arbeitet ein Coach?
Der Coach unterstützt, berät und
begleitet seinen Kunden. Er analysiert dessen Verhalten und setzt dabei
oft auch auf Techniken, die man aus der Psychotherapie kennt. Wie die
Therapeuten haben auch die Coaches nicht den Anspruch, die Probleme
ihrer Kunden zu lösen – sie wollen ihnen vielmehr Wege zur Problemlösung
aufzeigen, die sie selbst gehen können.

Coaches müssen Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis haben und gute Zuhörer sein. Denn Coaching zielt in erster Linie darauf ab, dem Probanden – dem Coachee – ein konstruktives und neutrales Feedback über sein Verhalten zu geben. Gerade Managern der obersten Etagen fehlt es daran oft. Untergebene trauen sich nicht, eine konträre Meinung zu vertreten oder den Vorgesetzten zu kritisieren. Kollegen spekulieren manchmal sogar darauf, dass andere Fehler machen – damit sie an ihnen vorbeiziehen können. Gleichzeitig fällt es vielen Vorgesetzten schwer, Kritik zuzulassen und anzunehmen – sie wollen nicht angreifbar sein und keine Schwäche zeigen. Ein Coach, der außerhalb der Hierarchie steht, zum Stillschweigen verpflichtet und nicht in ein aktuelles Arbeitsprojekt eingebunden ist, kann dann eine gute Hilfe sein.
Grundlage des Coachings ist immer eine funktionsfähige, belastbare und vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Coach und seinem Klienten, die idealerweise auf Augenhöhe stattfindet. Deshalb wird der Coach in der Regel auch „von außen eingekauft“ und ist nicht eingegliederter Teil der Hierarchiestruktur des Unternehmens.
Coaching-Varianten
Neben dem Einzel-Coaching, auf das
typischerweise Manager setzen, wird Team-Coaching angeboten, an dem
eine Gruppe von Personen teilnimmt und bei dem es weniger um
persönliche Probleme, als um die Gruppendynamik geht – bei der die
Verhaltensweisen der einzelnen Personen natürlich auch eine Rolle
spielen.
Das Projekt-Coaching ist eine Unterkategorie des Team-Coachings. Coaches bieten dann Hilfe bei der Bewältigung eines konkreten Projekts an. Die spezifische Ausgestaltung der Beratung ist abhängig vom entsprechenden Projekt, dessen Management und dem tatsächlichen Zeitplan.
Wie komme ich an einen guten Coach?
„Coach“ ist in
Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt auch keine
speziellen Regeln oder Vorschriften, wie ein Coaching aufgebaut
werden sollte. Jeder, der möchte, kann sich also „Coach“ nennen und
„Coaching“ anbieten.
Es gibt jedoch Coaching-Verbände, die professionelle Ausbildungen anbieten, entsprechende Zertifikate vergeben und sich die Qualitätssicherung im Coaching auf die Fahnen geschrieben haben. Auf ein verbandübergreifendes, allgemein verbindliches Verfahren haben sie sich allerdings noch nicht verständigt.
Wenn Sie einen Coach engagieren wollen, sollten Sie seine Referenzen genau prüfen und schauen, für welche Kunden er bisher gearbeitet hat. Vor allem aber sollten Sie sich Zeit nehmen, um ihn kennenzulernen – und nur einen Coach buchen, der Ihnen diese Möglichkeit einräumt. Denn wenn die „Chemie“ zwischen ihnen beiden nicht stimmt, wird das Coaching keinen Erfolg haben. Ein tiefes Vertrauensverhältnis ist beim Coaching das A und O.
Bild: kallejipp / photocase