Geht es Ihnen auch oft so? Nach der Arbeit haben Sie das Gefühl, Sie
hätten viereckige Augen. Der Kopf tut weh, der Nacken ist völlig
verspannt – von den Rückenschmerzen gar nicht zu reden. Und dabei sind
Sie doch den ganzen Tag „nur“ am Computer gesessen.
Fast alle, die im Büro arbeiten, kennen diese Probleme. Denn in der
Regel sitzt man zu viel und bewegt sich zu wenig. Natürlich haben Sie
nur wenig Einfluss auf Ihren täglichen Arbeitsauflauf. Trotzdem gibt es
Tipps, Tricks und kleine Übungen, mit deren Hilfe Sie Beschwerden
vermeiden können. Und auch der Gesetzgeber hat Vorordnungen zu Ihrem
Schutz erlassen.
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der BildschirmarbeitBei
der Einrichtung von Bildschirmarbeitsplätzen gibt es
Mindestvorschriften, die eingehalten werden müssen. So muss zum Beispiel
die Arbeitsfläche „eine ausreichend große und reflexionsarme Oberfläche
besitzen und eine flexible Anordnung des Bildschirmgeräts, der Tastatur,
des Schriftguts und der sonstigen Arbeitsmittel ermöglichen.
Ausreichender Raum für eine ergonomisch günstige Arbeitshaltung muss
vorhanden sein.“ Weitere Anforderungen finden Sie in einer
Liste im Anhang der „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz
bei der Arbeit an Bildschirmgeräten“, auf die wir in den
weiteren Absätzen dieses Artikels immer wieder Bezug nehmen.
Besonders wichtig ist Paragraph 5 der Verordnung, denn er schreibt vor,
dass sich bildschirmbezogene und andere Tätigkeiten im täglichen
Arbeitsablauf abwechseln sollen oder andernfalls die Bildschirmarbeit
durch regelmäßige kurze Pausen unterbrochen werden darf. Es ist
allerdings nicht erlaubt, diese Kurzpausen zusammenzulegen und dann
früher Feierabend zu machen. Schließlich geht es dem Gesetzgeber darum,
dass man nicht länger als zwei Stunden ohne Unterbrechung vor dem
Bildschirm arbeitet.

Außerdem muss der Arbeitgeber seinen Beschäftigten vor Aufnahme einer
Bildschirmtätigkeit und dann in regelmäßigen Zeitabständen – bei
Beschäftigen unter 40 Jahren alle fünf und bei Beschäftigten über 40
Jahren alle drei Jahre – sowie bei Sehbeschwerden, die auf die Arbeit
zurückgeführt werden können, eine fachkundige Untersuchung der Augen
anbieten (§ 6 Abs. 1). Er muss, wenn nötig, sogar spezielle Sehhilfen
zur Verfügung stellen – allerdings nur, wenn normale Brillen nicht
geeignet sind und ein entsprechendes augenärztliches Attest vorliegt.
Anforderungen an den BildschirmDie auf dem Bildschirm
dargestellten Zeichen müssen scharf, deutlich und ausreichend groß auf
dem Bildschirm erscheinen. Das Bild muss unverzerrt und frei von
Flimmern sein. Flachbildschirme sind flimmerfrei und belasten die Augen
somit weniger als konventionelle Monitore. Außerdem kann man sie meist
problemlos in der augenschonenden Distanz von 50 – 80 cm platzieren.
Der Bildschirm muss außerdem dreh- und neigbar sein, damit man ihn in
der richtigen Position aufstellen kann. Die oberste Textzeile sollte
sich ungefähr auf Augenhöhe befinden, und man sollte auf den Monitor
schauen können, ohne sich verdrehen und verbiegen zu müssen.
Anforderungen an die TastaturDie Tastatur muss eine
ergonomisch günstige Arbeitshaltung erlauben. Sie muss beweglich sowie
neigbar und folglich separat vom Computer sein. Wie beim Bildschirm ist
auch hier eine reflexionsarme Oberfläche wichtig.
Ihren Augen zuliebeSie schonen Ihre Augen, wenn Sie Ihren PC
ins richtige Licht rücken. Er sollte nicht gegen ein Fenster gerichtet
sein und Sie sollten auch kein Fenster oder eine andere Lichtquelle im
Rücken haben. Am besten ist es, wenn Ihr Schreibtisch rechtwinklig zum
Fenster steht und Ihr Blick parallel zum Fenster geht, wenn Sie vor dem
Bildschirm sitzen. Blendungen und Reflexionen müssen ausgeschlossen
werden.
Oft sind „trockene" Augen ein Problem. Man starrt konzentriert auf den
Bildschirm und blinzelt viel zu wenig. Dadurch werden die Augen zu wenig
befeuchtet – insbesondere, wenn die Luft auch noch wegen der Klimaanlage
zu trocken ist oder wenn im Büro geraucht wird. Stellen Sie deshalb
Luftbefeuchter, Zimmerbrunnen oder Grünpflanzen in Ihr Büro, die das
Raumklima verbessern. Blinzeln und zwinkern Sie hin und wieder ganz
bewusst – und trinken sie viel. Das ist nicht nur für die Augen, sondern
für den ganzen Körper wichtig. Gehen Sie außerdem in der Mittagspause
nicht nur in die Kantine, sondern wenigstens ein bisschen an die frische
Luft. Wenn trotz all dieser Maßnahmen keine Besserung eintritt, können
Sie sich vom Arzt Tränenersatzflüssigkeit verschreiben lassen.
Kleine Pausen bewirken Wunder Für die Augen und für die
Konzentration gut ist es, in regelmäßigen Abständen eine Pause
einzulegen. Als Faustregel, die auch vom Gesetzgeber vorgegeben ist,
gilt: Nach zwei Stunden Computerarbeit sollte ihr Arbeitsalltag von
anderen Tätigkeiten oder einer kurzen Pause unterbrochen werden.
Erledigen Sie Ihre Telefonate, kümmern Sie sich um die Ablage,
besprechen Sie sich mit Kollegen oder holen Sie sich einen Kaffee:
Hauptsache die Augen können sich wenigstens kurz auf andere Distanzen
einstellen. Es hilft auch, ein bisschen aus dem Fenster zu schauen oder
die Augen mit den Händen abzudecken – ohne Druck, aber so, dass kein
Licht mehr eindringt. Die Dunkelheit und Wärme tun den Augen gut. Und
falls Ihnen bei der einen oder anderen Arbeit zum Gähnen ist: Auch das
trägt zur Entspannung bei. Es lockert nämlich die Gesichtsmuskulatur und
befeuchtet Ihre Augen.
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