Werbung in eigener Sache
Auf eine Stellenausschreibung melden sich manchmal bis zu 1.000
Bewerber. Da ist es nicht leicht, auf den ersten Blick aus der Vielzahl
von Konkurrenten positiv herauszustechen. Und Sie können davon ausgehen:
Auf diesen ersten Blick kommt es an. Wenn das Bewerbungsschreiben einen
schlechten Eindruck macht, bekommen Sie keine zweite Chance – Ihre guten
Zeugnisse gehen einfach unter. Grenzen Sie sich deshalb durch eine
individuelle Bewerbung von der breiten Masse ab. Denken Sie immer daran:
Ein perfektes Bewerbungsschreiben ist möglicherweise die Eintrittskarte
zu Ihrem neuen Job.
Form
Was viele noch immer unterschätzen: Nicht nur der Inhalt, sondern auch
die Form der Bewerbung spielt eine wichtige Rolle. Der
Personalverantwortliche kennt Sie nicht und muss allein durch die
vorliegenden Unterlagen Rückschlüsse auf Ihre Persönlichkeit und
Arbeitsweise schließen. Achten Sie deshalb auf einen ordentlichen und
seriösen Eindruck.
Wählen Sie am besten weißes, qualitativ hochwertiges Papier – es wirkt
ausgesuchter als gewöhnliches Kopierpapier, und es reißt oder knittert
nicht so schnell. Versenden Sie niemals Blätter mit Kaffee- bzw.
Fettflecken oder Eselohren, denn das macht einen schmuddeligen Eindruck
– und dann werden Sie Ihre Unterlagen postwendend zurückbekommen.
Entscheiden Sie sich für eine klassische Schriftart, wie etwa Arial oder
Times New Roman, und zugunsten der guten Lesbarkeit für eine
Schriftgröße zwischen 10 und 12 Punkt. Klar, dass auch die Seitenränder
ausreichend groß sein müssen. Gestalten Sie Ihren Brief also insgesamt
großzügig. Formulieren Sie kurze, präzise Sätze, und verwenden Sie
Fachjargon nur im sinnvollen Zusammenhang. Unterschreiben Sie mit blauer
Tinte und mit Ihrem Vor- und Zunamen.
Achtung: Lassen Sie Ihr Bewerbungsschreiben unbedingt von Freunden
Korrektur lesen. Wer längere Zeit an einem Text gefeilt hat, wird
schnell blind für die eigenen Fehler. Und nichts ist peinlicher als eine
Bewerbung mit Rechtschreibfehlern! Vergewissern Sie sich auch, dass die
Firmenanschrift und der Name des Ansprechpartners korrekt geschrieben
sind.
Für die beizufügenden Unterlagen verwenden Sie am besten Schnellhefter,
Klemmmappen oder Einlegesysteme mit einer Thermo- oder Spiralbindung.
Sie werden nach Wichtigkeit sortiert – zuerst kommt der Lebenslauf, dann
folgen die Zeugnisse (das neueste Zeugnis zuerst und dann der
Reihenfolge nach die älteren). Beachten Sie dabei, dass das Anschreiben
nur lose oben aufgelegt und nicht zu den anderen Dokumenten eingeheftet
wird. Eine Auswahl an professionellen Bewerbungsmappen finden Sie im
Leitz-Gesamtkatalog bei den
Ordnungsmitteln.
Inhalt
Setzen Sie alles daran, sich von dem Einheitsbrei der anderen Bewerber
abzugrenzen. Ein flotter Einstieg ist die halbe Miete. Denn die meisten
Bewerbungsschreiben beginnen mit einem langweiligen Standardsatz á la
„Hiermit bewerbe ich mich um...“. Natürlich ist es wichtig, dass Sie
gleich zu Beginn klarstellen, um welche Stelle es eigentlich geht. Aber
das können Sie auch in einigen Stichworten in der fettgedruckten
Betreffzeile tun.
Es gibt viele verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Einige Beispiele
haben wir im Folgenden aufgeführt. Wenn Sie durch eine Anzeige in der
Zeitung oder im Internet auf die Stelle aufmerksam wurden, können Sie
sich selbstverständlich darauf beziehen: „Mit großem Interesse habe ich
Ihre Anzeige in ... gelesen und möchte mich Ihnen nun näher vorstellen.“
Haben Sie bereits mit Ihrem Ansprechpartner telefoniert, sollten Sie zu
Beginn auf das Gespräch Bezug nehmen. „Vielen Dank für das freundliche
Telefongespräch vom ... Wie besprochen sende ich Ihnen heute
Informationen zu meiner Person.“ Wer einen kreativen und zugleich
belesenen Eindruck erwecken möchte, kann auch ein präzises, nicht allzu
langes Zitat als Einstieg wählen. Allerdings sollte der Inhalt dann
entweder perfekt auf Ihre Persönlichkeit zugeschnitten sein oder mit dem
Job, auf den Sie sich bewerben, in Verbindung gebracht werden können.
Machen Sie sich über die Firma, bei der Sie sich bewerben möchten,
kundig – am einfachsten geht das über das Internet. Durchforsten Sie die
Homepage des Unternehmens, und suchen Sie über eine Suchmaschine nach
zusätzlichen Infos. Nur wer über das nötige Hintergrundmaterial verfügt,
kann in seinem Anschreiben glaubhaft begründen, warum er gerade dort
arbeiten möchte – und das sollten Sie unbedingt tun. Zeigen Sie Ihrem
zukünftigen Chef, dass seine Firma Ihre Nummer eins ist.
Natürlich sollten Sie auch Ihre persönlichen Fähigkeiten und Stärken
herausstellen. Greifen Sie dabei, wenn möglich, die Anforderungen aus
der Stellenanzeige auf. Allerdings macht es einen einfallslosen und
langweiligen Eindruck, wenn Sie diese einfach nur einfach aufzählen,
denn das kann jeder. Verbinden Sie lieber bisherige Praxiserfahrungen
mit Ihren Fähigkeiten und den Anforderungen der Stellenausschreibung. Je
persönlicher, desto besser. Aber präsentieren Sie sich seriös, und
versuchen Sie keinesfalls, krampfhaft witzig zu sein. Sind Sie
Berufsanfänger, so können Sie vielleicht von ehrenamtlichen Tätigkeiten,
Praktika oder Nebenjobs berichten. Denn auch damit kann man
organisatorisches Geschick oder soziales Engagement hervorheben und
zeigen, dass man flexibel und im Team arbeiten kann.
Und noch ein wichtiger Tipp: Vermeiden Sie im gesamten
Bewerbungsschreiben den Konjunktiv! „Über die Einladung zu einem
Vorstellungsgespräch würde ich mich freuen.“ Freuen Sie sich nun oder
nicht? Schreiben Sie lieber, wie Sie empfinden: „Ich freue mich sehr,
wenn Sie mich zu einem Vorstellungsgespräch einladen.“
Geduld bringt Rosen
Dieses Sprichwort trifft auch auf den Bewerbungsprozess zu. In den
wenigsten Fällen führt die erste Bewerbung zum Erfolg. Geben Sie die
Hoffnung nicht auf. Wer über die notwendige Ausdauer und Hartnäckigkeit
verfügt, erreicht in den meisten Fällen seine Ziele. Das bedeutet auch:
Rufen Sie ruhig nach einiger Zeit an und erkundigen Sie sich nach dem
Stand der Dinge. So zeigen Sie, dass Sie aktiv sind und haben
gleichzeitig die Chance auf einen ersten persönlichen Kontakt.
Wir wünschen viel Erfolg!