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Auszubildende anleiten

 

Auszubildende sind jung, unverbraucht und starten meist auch hochmotiviert in die Ausbildung. Denn sie wissen sehr wohl, dass es nicht leicht ist, einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Nun gilt es, diese Motivation nicht zu ersticken, sondern sie zu fördern. Dann profitieren beide Seiten vom Ausbildungsverhältnis. Schließlich kann so ein junger Mensch frischen Schwung und neue Denkansätze in das Team bringen – wenn man sich auf ihn einlässt, sich auch mal Zeit für ihn nimmt und ihm Aufgaben überträgt, die ihn zwar fordern aber nicht überfordern.

Dabei darf man nicht vergessen, dass Auszubildende in der Regel Jugendliche sind – sie sind also dabei, erwachsen zu werden, was nicht einfach ist. Und sie müssen sich von der Schule auf das neue Berufsleben umorientieren, was auch nicht einfach ist. Ganz andere Anforderungen werden nun an sie gestellt. Plötzlich müssen sie mit ungewohnten Hierarchien umgehen, lange Arbeitstage überstehen, neue unbekannte Herausforderungen bewältigen und sich nicht zuletzt in ein Team integrieren, das sich aus unterschiedlichsten Altersgruppen zusammensetzt. All dies sollte man als Ausbilder nicht vergessen – was aber nicht heißt, dass man seinen Azubi mit Samthandschuhen anfassen muss.
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Loben, loben, loben
Jedem Menschen tut es gut, wenn er gelobt wird – Jugendlichen ganz besonders, schließlich sind sie noch unsicher und können ihre Fähigkeiten nicht so richtig beurteilen. Wenn Sie also möchten, dass Ihr Azubi sich voll und ganz mit Ihrem Unternehmen identifiziert und sich überdurchschnittlich einsetzt, dann loben Sie ihn – wann immer es etwas zu loben gibt. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Denken Sie daran, dass er erst am Anfang seines Berufslebens steht und dass deshalb auch „Selbstverständlichkeiten“ für ihn nicht unbedingt selbstverständlich sind. Oft wird das Loben im hektischen Alltag vergessen. Erinnern Sie sich deshalb immer wieder daran. Loben Sie, wenn Ihr Azubi eine Aufgabe gut erledigt hat. Und nehmen Sie sich immer wieder Zeit für ein Gespräch, in dem Sie mit ihm zusammen Zwischenbilanz ziehen.

Wenn besonders schwierige Jobs besonders gut erledigt wurden, dann sollten Sie auch mal an eine Belohnung denken – zum Beispiel an einen früheren Feierabend, ein paar Euro extra oder vielleicht sogar ein schönes Wochenende?

Konstruktiv kritisieren
Wenn was nicht so gut klappt, dann müssen Sie selbstverständlich auch dies ansprechen. Schieben Sie es nicht auf die lange Bank, sondern erledigen Sie es möglichst bald. Sonst ist die Angelegenheit bereits vertagt und der Auszubildende wird kaum verstehen, warum Sie das Thema erst Wochen später auf die Tagesordnung setzen. Wenn Sie richtig ärgerlich sind, sollten Sie allerdings mit dem Gespräch wenigstens so lange warten, bis Sie sich etwas beruhigt haben und Sie Ihre Kritik ruhig anbringen können.

Kritisieren Sie konstruktiv. Kritisieren Sie also nicht die Person, sondern deren Verhalten und verallgemeinern Sie nicht. Ein Satz wie „Sie sind höchst unzuverlässig“ bringt niemanden weiter. „Ich möchte, dass Sie morgens pünktlich um acht erscheinen“ ist hingegen eine klare Handlungsanweisung.
Klare Ansprechpartner benennen
Jeder Auszubildende braucht einen Ausbilder – also einen Ansprechpartner, an den er sich mit Fragen oder Problemen wenden kann. Daneben ist es aber sinnvoll, ihm zu bestimmten Themen weitere Ansprechpartner zu nennen. Denn erstens ist er dann nicht nur auf eine Person fixiert, zweitens kann niemand alles wissen, drittens wird der Ausbilder entlastet und viertens geht er ja auch mal in Urlaub oder muss sich womöglich krank melden.

Klare Aufgaben stellen
Formulieren Sie klar und deutlich, was Sie von Ihrem Auszubildenden erwarten. Setzen Sie eindeutig definierte Ziele und feste Termine. Machen Sie aber klar, dass Fragen willkommen sind und es keine „dummen“ Fragen gibt.

Wenn Sie Ihrem Azubi eine schwierige Aufgabe übertragen, dann vermitteln Sie ihm, dass Ihnen dies klar ist und dass Fehler in diesem Fall kein Beinbruch sind, sondern verziehen werden. Schrecken Sie nicht zurück, Ihren Azubi auch zu fordern – aber lassen Sie ihn dabei nicht allein, sondern stehen Sie ihm mit Ihrem Rat zur Seite. Wenn er seine schwierige Aufgabe gelöst hat, wird er stolz auf sich sein – und das wiederum erhöht seine Motivation. Unterfordern Sie also Ihren Azubi nicht – nichts lähmt mehr als Langeweile.

Natürlich muss er sich auch an Routinearbeiten gewöhnen. Für die aber sollte er dann auch die Verantwortung übernehmen. Erklären Sie ihm also, dass Sie von ihm erwarten, dass er an bestimmten Tagen bestimmte Arbeiten zu erledigen hat und dass Sie davon ausgehen, dass er sich eigenverantwortlich darum kümmert. Kontrollieren Sie anfangs, ob alles klappt – und wenn das nicht der Fall ist, dann besprechen Sie mit ihm, woran es liegt.
Erklären statt befehlen
Erklären Sie, warum Sie etwas verlangen. Mit Verboten oder Befehlen erzielt man in der Regel vor allem Trotzreaktionen. Machen Sie also deutlich, dass sein pünktliches Erscheinen wichtig ist, weil sonst bald alle Mitarbeiter kommen, wann sie wollen – die Telefone aber besetzt sein und die Aufträge bearbeitet werden müssen. Erklären Sie ihm, dass er nicht mit löchrigen Jeans beim Kunden erscheinen kann, weil das Auftreten der Mitarbeiter zum Image des Unternehmens passen muss. Und blaffen Sie ihn nicht einfach an: „So tauchst Du hier nie wieder auf“.

Perspektiven bieten
Erläutern Sie ihm, dass Sie ihn zuerst mit einfachen Aufgaben betrauen, um ihn kennenzulernen, und dass Sie ihm dann nach und nach verantwortungsvollere Jobs übertragen werden. Zeigen Sie ihm Zukunftsperspektiven auf, wie zum Beispiel, dass Sie ihn übernehmen werden, wenn Sie mit seinen Leistungen zufrieden sind. Oder welche Möglichkeiten er im Berufsleben hat, wenn er seine Ausbildung mit einer guten Noten beendet.

Gespräche führen
Neben den alltäglichen Gesprächen, bei denen Sie erklären, kritisieren oder loben, sollten Sie längere Unterredungen einplanen:

Das erste nach der Probezeit. Hier geht es um Ihre und seine erste Einschätzung. Fühlt er sich wohl? Sind Sie mit ihm zufrieden? Was läuft gut, was läuft schlecht?

Weitere derartige Gespräche sollten Sie alle sechs Monate einplanen. Nun geht es um den Lernerfolg, um Beurteilungen und Noten. Und natürlich auch um eine allgemeine Zwischenbilanz.

Am Ende der Ausbildung folgt dann das Übernahmegespräch – oder eben die Schlussbeurteilung.

In allen Gesprächen geht es nicht nur um Ihre Meinung, sondern auch um die des Azubis. Hören Sie ihm also zu, lassen Sie ihn ausreden. Und legen Sie ihm nichts in den Mund – nach dem Motto: „Dir gefällt es ja gut hier“.

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