Andere Länder, andere Sitten: Das gilt auch für Lebensläufe und
Bewerbungsschreiben. Zwar geht es in jedem Land darum, sich möglichst
gut darzustellen, aber das macht man nicht in jedem Land auf die gleiche
Art und Weise.
In den USA fügt man einer Bewerbung zum Beispiel kein Lichtbild bei –
Unternehmen könnten sonst in den Verdacht kommen, eine Bewerberin oder
einen Bewerber nur aufgrund der attraktiven Erscheinung eingestellt zu
haben. Und das wäre bei dem dort geltenden strengen
Antidiskriminierungsgesetz fatal.
Während es bei uns extra Bewerbungsmappen zu kaufen gibt, die Platz für
eine geordnete Zusammenstellung von Lebenslauf, Anschreiben sowie
zahlreichen Zeugnissen und Referenzen bieten, kennt man derartig
umfangreiche Bewerbungen in den meisten anderen Ländern nicht. Es reicht
ein einseitiges Anschreiben und ein bis zu zweiseitiger Lebenslauf –
Zeugnisse und ähnliches werden erst beim Bewerbungsgespräch vorgelegt.
Es dürfte selbstverständlich sein, dass man seine Bewerbung in der
jeweiligen Landessprache, zumindest aber auf englisch verfasst. Wenn Sie
es irgendwie organisieren können, sollten Sie einen Muttersprachler
bitten, das Ganze gegenzulesen.
In den meisten Ländern ist es üblich, seinen Lebenslauf nicht von der
Schulzeit bis heute, sondern von heute rückwärts bis zur Ausbildung
aufzulisten. Und da unsere deutschen Noten und Diplome bzw.
Ausbildungsabschlüsse in vielen Ländern unbekannt sind, sollten Sie
deren Bedeutung erklären. Denn wer Ihren Abschluss nicht kennt, kann
auch nicht wissen, was Sie bei Ihrer Ausbildung alles gelernt haben.

Wenn Sie außerhalb Deutschlands arbeiten und wohnen wollen, werden Sie
sich bestimmt rechtzeitig über Land und Leute sowie deren Mentalität
informieren. Das hilft Ihnen auch bei der Bewerbung. Denn wer weiß, dass
in Frankreich bis heute Kinder ihre Eltern nicht selten siezen, der wird
auch sein Bewerbungsschreiben eher förmlich verfassen. Wer weiß, dass
man in Skandinavien auch Vorgesetzte duzt, wird seine Bewerbung lockerer
formulieren. Und wer weiß, dass Amerikaner es hochachten, wenn sich
jemand aus eigener Kraft nach oben arbeitet, wird sich nicht scheuen, in
der Bewerbung seine eigenen Erfolge und seinen Ehrgeiz besonders stark
herauszustellen.
Der EuropassWichtige und interessante Hilfestellung bei
Bewerbungen im Ausland bietet die Internetseite
www.europass.de des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
geförderten Berufsbildungsinstituts für Berufsbildung (BIBB). Sie bietet
Instrumente, mit denen im In- und Ausland gemachte Erfahrungen im
europäischen Kontext vergleichbar dargestellt werden können. So kann man
sich hier für seine Bewerbung einen „europass Lebenslauf“, den „europass
Sprachenpass“ sowie den „europass Diplomzusatz“ und den „europass
Zeugniserläuterung“ erstellen und so seine Bewerbung auch für
Arbeitgeber in anderen Länder transparent und verständlich machen.
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