LeitzKnowHow

Anti-Ärger-Strategie

 

Natürlich schafft es niemand, sich über nichts und niemanden zu ärgern. Jeder hat einen Punkt, bei dem er wie das allseits bekannte „HB-Männchen“ in die Luft geht. Manche machen es ihm dann nach, setzen sich hin und rauchen erst mal eine Zigarette. Doch zum Glück ist das nicht die einzige Möglichkeit, den Zorn abziehen zu lassen.

So what?
Zuerst einmal sollten wir uns bewusst machen, dass es einen Unterschied zwischen Ärger und schlechter Laune gibt. Der zweite Punkt ist meist die Folge des ersten. Also sollte man zumindest versuchen, sich gar nicht erst aufzuregen. Nehmen Sie nicht alles persönlich und bierernst. Auch wenn es so scheint: Die Welt hat sich nicht gegen Sie verschworen – sie dreht sich einfach weiter, egal wie wütend Sie sind. Lohnt es sich also, so viel Energie zu verschleudern? Ist es das wirklich wert? Oder würde nicht ein achselzuckendes, lapidares „So what?“ mehr bringen?

Das berühmte „Auf-zehn-zählen“ hilft übrigens wirklich. Es bremst Ihre Emotionen, weil die andere, rationale Gehirnhälfte durch die Zählerei aktiviert wird.

Lieber kurz und knackig...
Wenn es aber nun mal passiert ist und Sie so richtig sauer sind, dann lassen Sie Ihre Wut raus, anstatt sie in sich hineinzufressen. Öffnen Sie ein Tor, durch das der Ärger abziehen kann – dann ist er schneller wieder weg.

Es tut gut, nach einem nervtötenden Telefonat den Hörer auf die Gabel zu knallen oder nach dem dritten Computer-Absturz (ohne gespeichert zu haben natürlich!) mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Fluchen Sie, schreien Sie oder werfen Sie mit Gegenständen. Schließen Sie aber vorher Fenster und Türen. Und nehmen Sie ein Wurfgeschoss, das keinen Schaden anrichtet, über den Sie sich dann erneut aufregen müssen...

So kann der Zorn verrauchen. Und es besteht nicht die Gefahr, dass irgendein armer, unschuldiger Mensch, der zufällig des Weges kommt und eine falsche Bemerkung macht, die geballte Ladung abbekommt, weil er das Fass zum Überlaufen bringt.
embeddedImage


















Fremde Einflüsse
Nichts ist so ansteckend wie schlechte Laune – nicht einmal die Grippe. Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte gegen Miesmacher, indem Sie die Ohren auch mal auf Durchzug stellen, wenn jemand andauernd nörgelt, weil er offensichtlich einen schlechten Tag hat.

Nichts ist so ansteckend wie gute Laune! Lassen Sie sich also nicht aus der Ruhe bringen, sondern setzen Sie auf Ihre Ausstrahlung. Ein netter Witz kann vielleicht verhindern, dass aus der Wut Ihres Kollegen schlechte Laune wird und bringt ihn zu einem ersten kleinen Lächeln – ein guter Anfang. Allerdings sollten Sie Ihre Scherze wohl dosiert einsetzen, der gezielte Angriff auf die Lachmuskeln braucht ein gutes Timing. Warten Sie also ab, bis sich Donner und Blitz ein bisschen verzogen haben und versuchen Sie es dann.

Und wenn es doch passiert ist und Sie infiziert sind? Man kann sich auch selbst heilen. Wenn Ihre Mundwinkel so richtig tief nach unten gerutscht sind, dann ziehen Sie sie doch einfach wieder hoch! Sie werden merken: Auch ein aufgesetztes Lächeln wirkt. Nach zwei Minuten zwanghaftem Grinsen hat sich Ihre Laune gehoben. Garantiert!

Tun Sie sich etwas Gutes
Manchmal findet man aber aus dem Stimmungstief einfach nicht mehr heraus. Da hilft es auch nichts, die Zähne zusammen zu beißen und weiterzuarbeiten, als sei nichts.

Bevor sich die tiefen Furchen in Ihrer Stirn festsetzen, weil Sie stundenlang mit grimmiger Miene hinter dem Schreibtisch sitzen und bevor jeder, der den Raum betritt, aus Angst, gebissen zu werden, die Türe erschrocken wieder schließt: Gönnen Sie sich eine Auszeit, tun Sie sich etwas Gutes. Schokolade zum Beispiel enthält „Glückshormone“ – Sie müssen ja nicht gleich eine ganze Tafel Schokolade verschlingen. Lehnen Sie sich zurück, genießen Sie in Ruhe jedes einzelne Stück. Und lassen Sie sich bloß nicht dabei stören!
Rufen Sie einen guten Freund oder eine Freundin an und heulen Sie sich aus. Nichts tut so gut wie eine anständige Portion Mitleid. Außerdem hat Ihr Ansprechpartner am anderen Ende der Leitung den notwendigen Abstand und kann Sie deshalb leichter wieder auf den Teppich bringen.

Machen Sie eine Viertelstunde Pause. Verziehen Sie sich notfalls mit einer Zeitschrift auf die Toilette. Besser wirkt allerdings eine Runde in der freien Natur. Beobachten Sie die Spatzen in den Bäumen. Schauen Sie den Kindern auf dem Spielplatz zu – das relativiert vieles und versöhnt mit der Welt.